Umgang mit Zytostatika
Persönliche Schutzausrüstung
Im Umgang mit Zytostatika ist eine geeignete Schutzausrüstung zu tragen, die vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen ist.
Flüssigkeitsdichte Einweghandschuhe: Geeignet sind z. B. ungepuderte, proteinarme Latex-Handschuhe der Mindestdicke 0,2 mm, mit guter Griffigkeit und dokumentierter Qualität gemäß Anforderungen DIN EN 374. Latex-Untersuchungs-hand-schuhe sind ungeeignet. Die Länge des Handschuhschaftes muss ausreichend sein, um auch während des Arbeitens über dem Bündchen des Schutzkittels dicht abzuschließen. Die Handschuhe sind regelmäßig in einem Zeitabstand von 30 Minuten zu wechseln (Tipp: Wecker stellen). Bei sichtbarer Kontamination oder Undichtigkeit und nach der Verarbeitung von Carmustin müssen die Handschuhe sofort gewechselt werden. Zur weiteren Risikominimierung können zwei Paar Handschuhe bevorzugt unterschiedlicher Materialqualität (z. B. Nitril und Latex) übereinander getragen werden. Es empfiehlt sich, wegen möglicher Außenkontaminationen, beim Auspacken von CMR-haltigen Fertigarzneimitteln Schutzhandschuhe zu tragen. Bei der Entsorgung von Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen von CTx-Pat. sind mindestens Schutzhandschuhe zu tragen.
Schutzkittel: Die Schutzkittel sollen aus fusselfreiem Material, flüssigkeitsdicht, vorne hochgeschlossen sein und über lange Ärmel und eng anliegende Armbündchen verfügen. Zur Herstellung von Zytostatikazubereitungen an der Sicherheitswerkbank können flüssigkeitsdichte Einwegkittel oder textile Einwegkittel und darübergezogene flüssigkeitsdichte Armstulpen empfohlen werden. Die Schutzkittel dürfen nicht außerhalb der gekennzeichneten Räumlichkeiten getragen werden und sind täglich zu wechseln.
Schutzbrille mit Seitenschutz: Eine Korbbrille ist bei Umgang mit Zytostatika außerhalb der Sicherheitswerkbank zu tragen sowie bei Reinigungsarbeiten der Sicherheitswerkbank.
Atemschutz: Partikelfiltrierende Halbmasken nach DIN 58645 mindestens der Schutzstufe P2 sind erforderlich beim Aufnehmen von größeren Verschüttungen und sonstigen Fällen, in denen Zytostatika außerhalb der Werkbank gehandhabt werden müssen, sowie bei Reinigungsarbeiten der Sicherheitswerkbank.
Überschuhe: Sind zu tragen bei der Beseitigung von Verschüttungen auf dem Fußboden.
Technische Hilfsmittel: Es sind grundsätzlich Spritzen und Kanülen mit verriegelbarem Luer-lock-Anschluss zu benutzen. Beim Arbeiten mit Dst-Fl. sollen Druckentlastungseinrichtungen (Spikes) zum automatischen Druckausgleich eingesetzt werden. Wenn möglich, sollen Zytostatika in geschlossenen Systemen gelöst bzw. gemischt werden. Zytostatikum und Lösungsmittel bzw. Trägerlösung werden dabei mit Überleitsystemen (Transfernadeln, Transferkappen) unter internem Druckausgleich zwischen den Behältern überführt, sodass bei der abschließenden Diskonnektion keine Druckdifferenzen herrschen, die zur Freisetzung von Zytostatika-Aerosolen führen könnten. Infusionsbestecke sind mit reiner Trägerlösung zu entlüften und erst danach an das Zytostatika-Infusionsbehältnis anzuschließen. Bei der Applikation ist auf Undichtigkeiten zu achten.
Textile Materialien: Die Herstellung von Zytostatikazubereitungen muss zur einfachen Entfernung möglicher Kontaminationen auf einer saugfähigen Unterlage mit flüssigkeitsdichter Unterseite erfolgen. Vor dem Öffnen von Ampullen mit Zytostatikalösungen ist die Lösung aus dem Ampullenhals sorgfältig herunterzuklopfen und beim Aufbrechen eine Kompresse um den desinfizierten Ampullenhals zu legen. Beim Herausziehen von Kanülen aus Durchstechstopfen und dem Entlüften von Spritzen sind durch Verwendung von Kompressen oder Tupfern Kontaminationen mit Spritzern oder Aerosolen zu vermeiden. Injektions- (Spritze + Kanüle) und Infusionssysteme (Infusionsbehältnis + Infusionsbesteck) sind nach Gebrauch nicht zu trennen, sondern komplett in die geeigneten Sammelbehältnisse zu entsorgen. Der Kanülenschutz soll dazu nicht wieder aufgesetzt werden.



