Analkarzinom
Klinik
Symptomatik: Anorektale Blutungen beim Stuhlgang, Schmerzen im Anorektalbereich, Fremdkörpergefühl. Knoten in der Leiste. Trotz des exponierten Sitzes wird das Anal-Ka. oft verkannt („Hämorrhoiden“) und erst spät entdeckt.
Befallsmuster: Analkanal-Ka.: Lymphogene Met. in die inguinalen, perirektalen und Iliaca-interna-Lk. Bei Diagnosestellung haben 10–35 % der Pat. Lk-Met. (bei Tumoren < 2 cm Größe nur 5–8 %); in 25 % pararektale und in 15 % inguinale Lk-Met., im Verlauf para-aortale Lk-Met. Tumoren > 4 cm Größe haben in 20 % inguinale Met. Fernmet. bei 5–10 % der Pat. a priori, bei weiteren 10–20 % im Verlauf zu erwarten.
Analrand-Ka.: bis 30 % inguinale Lk-Met.
Diagnostik: Digitale anorektale Untersuchung, Prokto-Rektoskopie, Endosonografie des Analkanals (Tumorausdehnung, Eindringtiefe, perirektale Lk), PAP-Abstrich bei Gefährdeten (HIV-Positive) zur frühzeitigen Diagnostik der AIN; Laboruntersuchungen einschl. HIV-Test. Gyn. Untersuchung, MRT (pelvine Lk, Tumorausdehnung), Us der Leisten. Eine 18FDG-PET-Untersuchung entdeckt evtl. zusätzliche Lk- und Fernmet. Die SLND der Leisten ist aber dem PET-CT in der diagnostischen Wertigkeit überlegen.
Differenzialdiagnose: Gutartige perianale und anale Erkrankungen, wie Fissuren, Analfisteln, Abszesse, Ekzeme; häufige Fehldiagnose: Hämorrhoiden; seltenere semimaligne (M. Bowen, M. Paget, M. Buschke-Löwenstein) und maligne Veränderungen (Melanom, Kaposi-Sarkom).



