Pleuraerguss
Therapie
Us-Kontrolle der Ergusshöhle (gekammerter Erguss?), Markierung der günstigsten Punktionsstelle – dorsolateral am Rücken möglichst tief bei frei auslaufendem Erguss. Lokalanästhesie am oberen Rand (hinter der mittleren Axillarlinie) der betr. Rippe injizieren unter langsamem Vorschieben der Nadel, bei Nachlassen des Widerstandes Probeaspiration des Ergusses – dann nicht mehr weiter aspirieren wegen der Möglichkeit der subkutanen Tumorzellverschleppung. Drainage einführen mit Punktionsbesteck (z. B. Pleurocath) und Erguss langsam ablassen unter kont. Sog mit ca. 20–40 cm H20; ≤ 1.500 ml pro Tag; bei Hustenreiz (langsame Ausdehnung der Lunge) Paracodin lq 20–30 gtt.
Cave: „gefesselte Lunge“ durch massive Pleuritis carcinomatosa der viszeralen Pleura – hier ist keine Ausdehnung der Lunge zu erreichen und es kommt bei verstärktem Sog zur Mediastinalverlagerung oder zum Sero-Pneumothorax.
Nach vollständiger Entleerung des Pleuraraumes (sonographische Kontrolle!):
Pleurodese (inflammatorisch-sklerosierend oder zytotoxisch)
- Chemisch durch unspezifischen Pleurareiz: Doxycyclin 2 Amp. à 100 mg i.pl.: insbesondere bei tumorzellfreiem Erguss.
- Intrapleurale Talkum-Installation: beste Ergebnisse bei thorakoskopischer Aufbringung unter Sicht.
- Intrakavitäre CTx bei Nachweis von Tumorzellen im Erguss: Mitoxantron 30 mg in 50 ml NaCl 0,9 %, Belassen für 24 h, danach erneuter Sog, bei Resterguss > 250 ml: vollständiges Ablassen und erneut 30 mg Mitoxantron und Entfernung der Drainage. Alternativ Bleomycin 60 mg i.pl. (Plattenepithel-Ka., NHL).



