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Solide Tumoren - Sonstige - CUP - Klinik & Diagnostik

CUP

Klinik

 

Vorkommen: Lk > Leber > Knochen > Lunge/Pleura > Hirn > andere Lokalisation

 

Diagnostik: Im Vordergrund der Diagnostik steht das Herausfiltern der definierten therapiesensiblen Subgruppen (< 25 %), die einer spezifischen Tx zugeführt werden müssen (CTx, Immuno-Tx, ETx, Chirurgie u. a., mit zum Teil kurativer Intention):

 

  1. lokal begrenzte (resezierbare) Erkrankung
    – Befall einer einzelnen Lk-Region
    – solitäre Organmet. (auch Lunge, Hirn, Skelett)
  2. kurativ angehbar: maligne Lymphome (Immunhistologie!), extragonadale Keimzelltumoren (junge Männer, undiff. Karzinom, hCG oder AFP positiv, Befall von retroperitonealen/mediastinalen Lk = „midline structures“, Lungenfiliae)
  3. besonders therapiesensibel: Mamma-, Prostata-, Ovarial-Ka., gut und wenig differenzierte neuroendokrine Tumoren, Kolon-Ka.

 

Basisprogramm: Gezielte Anamnese: frühere Tumoren/Op., Schmerzen, Anomalien, Zigarettenkonsum, entfernte Naevi, Kolon-Adenome etc.

 

Eingehende körperliche Untersuchung: Lk, Haut, Rachen, Mamma, Prostata, Rektum, Hoden, HNO-Bereich (insbesondere bei zervik. Lk-Met.), gyn. Untersuchung, Haemoccult.

 

Techn. Untersuchungen: Us, CT-Thorax/Abdomen/Becken, PET (PET bzw PET-CT), besonders bei zervikalen Lk-Met., Tumorbiopsie.

 

Tumormarker: β-hCG, AFP, PSA (bei Männern), ggf. Calcitonin (Ausschluss C-Zell-Ka. bei neuroendokrinem Tumor), ggf. Thyreoglobulin. Die übrigen Tumormarker sind aufgrund unzureichender Spezifität und Sensitivität nicht für die Diagnostik – wohl aber für die Verlaufsbeobachtung – geeignet.

 

Weitere Untersuchungen: Gezielte weitere Untersuchungen abhängig von Met.-Lokalisation und Anamnese, wenn von therapeutischer Konsequenz. PET nachweislich sinnvoll, wenn eine solitäre Met. vorliegt: mit hoher Sensitivität Identifikation möglicher weiterer Met., z. B. im Kopf-Hals-Gebiet, ev. auch des Primärtumors.

 

Lokal begrenzte Tumormanifestation (solitäre Organ- oder lokale Lk-Met.): bei Lk-Met. ist nach einem Tumor im zugehörigen Lymphdrainagesystem zu suchen. Da diese Tumoren in vielen Fällen durch eine lokoregionäre Tx (Op./RTx) zu heilen sind, muss hier eine intensive Diagnostik sowohl lokal als auch zur Tumorausbreitung mit bildgebender Diagnostik (Us, CT, MRT, PET, Skelettszintigrafie etc.) und fachspezifischen Untersuchungen sowie ggf. Probebiopsien erfolgen. Bei solitärer Organmet. besteht mit lokaler radikaler Tx ein kurativer Ansatz!

 

Disseminierte Metastasierung: Diagnostisches Ziel: Erfassung der Tumorausbreitung, Identifikation der o. g. definierten spez. Subgruppen bzw. die Erstellung einer Arbeitsdiagnose. Die mediane Überlebenszeit bei der Tx von disseminierten Tumoren liegt bei ca. 9 Mon., das 5-J-ÜL bei ca. 10 %.

 

Lokalisationsspezifische Charakteristika

 

Zervikale Lk-Met.: 80 % lokoregionärer Primärtumor (häufig HNO-Tumoren einschl. okkultes Tonsillen- oder Nasopharynx-Ka., Schilddrüsen-Ka. u. a.). Zur Diagnostik gehören Panendoskopie in Narkose mit bds. Tonsillektomie sowie PET.

 

Supraklavikuläre Lk-Met.: Meist Bronchial-Ka., aber auch Keimzelltumore; auch Met. über den Ductus thoracicus durch abdominelle Tumore.

 

Axilläre Lk-Met.: Bei Adeno-Ka. (inbesondere wenn ER+, PR+) bei Frauen ist die Diagnose: ipsilaterales Mamma-Ka. bis zum Ausschluss. MRT, wenn Mammografie und Us negativ sind. Bei Männern häufig Bronchial-Ka., jedoch auch Mamma-Ka. (!) u. a.

 

Abdominelle und retroperitoneale Lk: Häufig GI-Primärtumor, Pankreas, Gallenwege; auch Nierentumoren, Tumoren der ableitenden Harnwege, (extragonadale) Keimzelltumoren (!) u. a.

 

Leisten-Lk-Met.: Anus-, Vulva-, Vagina-, Penis- und Rektum-Ka. sowie Hauttumoren oder Sarkome im Bereich der unteren Extremität.

 

Lebermet.: GI-Tumoren, Pankreas-, Gallenwegs-, Mamma- und Bronchial-Ka. u. v. a.

 

Knochenmet.: Ka. von Lunge, Magen, Mamma, Prostata, Niere, Schilddrüse, Harnblase u. a. Gemischtförmige (osteolytisch/osteoblastische) Met. gehäuft beim Mamma- und beim Magen-Ka.; vorwiegend osteoblastische Met. typisch für das Prostata-Ka. Bei unklaren Osteolysen auch an Plasmozytom denken.