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Solide Tumoren - Niere und Harnwege - Harnblasenkarzinom - Therapie & Nachsorge

Harnblasenkarzinom

Therapie

 

Abhängig von Tumorstadium, Differenzierungsgrad, Histologie, Multifokalität, Alter u. AZ.

 

Operative Therapie

 

Oberflächliches Ka. (Ta-T1, Tis) [2]: transurethrale Resektion (TUR; Nachresektion bei multifokalem Wachstum bzw. bei T1-Tumoren nach 1–6 Wo.).

 

  • pTa G2/G3, pT1 G1/2, Cis: Instillationsbehandlung zur Rezidivprophylaxe.
  • pT1 G3-Tumoren:
    – Instillationsbehandlung bei Tumoren < 1,5 cm, ohne In-situ-Anteile, negative Nachresektion mit obligaten engmaschigen zytologischen u. endoskopischen Kontrollen.
    – Primäre Zystektomie (offen oder laparoskopisch) bei Tumoren > 1,5–2 cm oder Tumor mit In-situ-Anteilen, bei endoskopisch schwieriger oder unmöglicher Resektion oder frühem Rezidiv < 6 Mon. Bei positivem Harnröhrenabsetzungsrand s. u.

 

Fortgeschrittene Ka. (pT2–3) [3]: primäre Zystektomie (offen, laparoskopisch oder roboter-assistiert), bei positivem Harnröhrenabsetzungsrand Urethrektomie oder Harnab- oder -umleitung mittels Ileum- oder Kolon-Conduit, Ureterosigmoidostomie bzw. Sigma-Rektum-Pouch, Blasenersatz durch Pouchbildung oder Ersatzblase mit Anastomose an die Urethra. Auch ältere Pat. (> 75 Jahre) profitieren aufgrund der verbesserten peri-und postoperativen Möglichkeiten von einer Zystektomie in Abhängigkeit vom AZ. Bei der Wahl der Harnableitung muss die individuelle Lebenssituation der Pat. berücksichtigt werden. 5-J-ÜLR: pT2, N0: ~ 70 %, pT3, N0 ~ 30 %.

 

Strahlentherapie

 

Urothel-Ka. sind radiosensibel. Die alleinige RTx ist der RCTx unterlegen und sollte nur bei KI gegenüber einer CTx zur Anwendung kommen. Bei pT1G3 NxM0-Tumoren weist die RTx keinen Vorteil gegenüber den konservativen Tx-Optionen (watchful waiting, intravesikale Tx) auf.

 

Radiochemotherapie

 

Eine Indikation zur definitiven RCTx besteht nur bei Pat., die für eine radikale Zystektomie nicht geeignet sind bzw. bei Wunsch des Pat. auf Organerhalt. Voraussetzung für eine erfolgreiche RCTx ist die komplette oder weitgehend komplette transurethrale Tumorektomie. Gute Ergebnisse sind zu erwarten bei: T2–3a-Tumoren, Tumor < 5 cm, kompletter Abtragung nach TUR, fehlender Obstruktion des Ureters, guter Blasenkapazität. Die RCTx ist wahrscheinlich der alleinigen RTx überlegen und zeigt in Phase-II-Studien bei vorausgegangener maximaler makroskopischer Tumorabtragung (TUR) eine 5-J-ÜLR von 51 % mit normaler Blasenfunktion in 75 % [4]. Gleiches Vorgehen auch bei fortgeschrittenen, transurethral nicht komplett resezierbaren Tumoren, allerdings mit schlechterem Ergebnis.

 

Invasive Rezidive nach RTx sollten bei potenziell operablen Pat. durch sekundäre Salvage-Zystektomie behandelt werden.


 

Chemotherapie

Palliative Therapie


 

Nachsorge

 

Zystoskopisch und zytologisch durch den Urologen alle 3 Mon. Nach Zystektomie bei verbliebener Harnröhre ebenfalls Urethroskopie und Zytologie der Harnröhre!


 

Prognose

 

Bei radikaler Op.: 5-J-ÜLR von 50–90 %; bei lokal fortgeschrittenen Tumoren nach RTx je nach Stadium zwischen 26 und 73 %.