Harnblasenkarzinom
Klinik
Symptomatik: Frühsymptom ist die schmerzlose Hämaturie (korreliert nicht mit Tumorstadium!). Wenn eine entzündliche Ursache ausgeschlossen ist oder nach Antibiotika-Tx weiter besteht, muss eine weitere Diagnostik (Zytologie, Zystoskopie) unverzüglich erfolgen.
Neben der Hämaturie berichten zahlreiche Pat. über pollakisurische Beschwerden, die bei Ausschluss einer entzündlichen Ursache weiter abgeklärt werden müssen.
Befallsmuster: Hohe Rezidivrate und Neigung zur Progression im lokalen Tumorstadium, insbes. bei primär oberflächlichen Tumoren. Es ist häufig eine panurotheliale Erkrankung (weitere Tumoren im Urogenitaltrakt möglich). Initial bei Diagnosestellung: 70 % oberflächlicher Tumor, 30 % invasiver Tumor (T2–T4). Per continuitatem, lymphogen (1. Lk-Station ist die Obturatorius-Gruppe) und hämatogen bevorzugt in Leber, Lunge, Knochen.
Diagnostik
Obligat: Klinische Untersuchung (rektal/vaginal, bimanuell), Urinstatus, Urinzytologie (Sensitivität: GI < 50 %, GII/III > 80 %, Ka. in situ 95 %; Spezifität: 95 %; kein Morgenurin!), Us (oberer Harntrakt), Zystoskopie, Urogramm.
Fakultativ: Rö-Thorax (ggf. CT-Thorax), MRT-Becken (dem CT überlegen), Rektoskopie, Knochenszintigramm (bei symptomatischen Pat.), ggf. photodynamische Diagnostik mittels 5-Aminolävulinsäure-Fluoreszenz-Zystoskopie.
Urinmarker wie NMP22 u. a. sind der Urinzytologie unterlegen!
Histologische Diagnosesicherung: Blasenmapping (systematische Quadranten-Biopsien) bei allen oberflächlichen Tumoren fakultativ, bei multifokalen Tumoren, zystoskopisch suspekten Arealen (Tis) und bei Tumoren mit nicht einschätzbarer Infiltrationstiefe obligat (mit Biopsie der Harnröhre!).



