Gallenblasen-, Gallenwegs-Karzinom
Therapie
Sofern eine R0-Resektion möglich erscheint: chirurgische Intervention, der Tumorausdehnung angepasst. Die Ausdehnung des Eingriffs bestimmt signifikant das Überleben. Arterielle und portale Resektionen erweitern die Radikalität.
Operative Therapie
Gallenblase: Bei ausgedehnteren Tumoren (T2) besonders an der Gallenblasen-Hinterwand: partielle Resektion der angrenzenden Leberteile (Segment IVb, V, selten ausgedehnter). Ist das Ka. ein Zufallsbefund, wird ab Stadium pT1b nachreseziert, die Trokarkanäle sollten exzidiert werden. Eine Lymphadenektomie ist obligat. Anheftende Strukturen (Kolon, Magen) werden teilreseziert, wenn eine kurative Chance besteht. Ggf. wird eine adjuvante CTx vor- u/o nachgeschaltet.
Gallenwege: Resektion des Tumors und Rekonstruktion des Galleabflusses, in Einzelfällen bei hohem Sitz in der Hepatikusgabel (Klatskin-Tumor) bis zur erweiterten Hemihepatektomie. Distale Gallengangs-Ka.: „Whipple“-Op. Vereinzelt auch ausgedehnte Op. oder Lebertransplantation. Bei weit fortgeschr. Tumoren: palliative Eingriffe zur Beseitigung der Cholestase – operative biliodigestive Anastomose (Hepatojejunostomie) oder endoskopische bzw. perkutane Stenteinlage.
Chemotherapie
Der Nutzen einer adjuvanten CTx ist nicht gesichert. In der palliativen Situation ist in einer Phase-III-Studie für die Kombination Gemcitabin/Cisplatin ein ÜL-Vorteil gegenüber Gemcitabin gezeigt [1], sodass diese Kombinationen derzeit als Standard angesehen wird (keine Zulassung). Remissionen werden auch mit anderen platinhaltigen Schemata, z. B. Cisplatin/5-FU (siehe Magen-Ka.) erreicht.
Palliativ
| 1 | Gemcitabin/Cisplatin, Wdh.Tag 22 |
||||
|
Gemcitabin* |
1.000 |
mg/m² |
Inf. (30’) |
Tag 1, 8 |
|
Cisplatin |
25 |
mg/m² |
Inf. |
Tag 1, 8 |
* Gemcitabin ist zur Tx des Gallengangs-Ka. nicht zugelassen.
Strahlentherapie
Keine gesicherten Daten zur adjuvanten RTx. Bei R1- oder R2-Resektion und in der Palliation kann der Versuch einer lokalen kleinflächigen RTx sinnvoll sein. Bei Verschlussikterus kann nach Stentimplantation durch lokale Kontaktbestrahlung (Afterloading) mit HDR-192Iridium ein erneuter Verschluss verhindert und damit der physiologische Galleabfluss erhalten werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht in der photodynamischen Tx.
Nachsorge
Gesicherte Daten liegen nicht vor.
Prognose
Beim Cis, das bei der Cholezystektomie zufällig entdeckt wird, ist die Prognose sehr günstig. Negativ auf die ÜLZ wirkt sich ein Befall des Ductus cysticus aus. Mit palliativer CTx liegt das mediane ÜL bei knapp 1 Jahr. Prognose (UICC-)Stadien- und altersabhängig.



