Nasopharynxkarzinome
Therapie
Operation
Aufgrund der schwer zugänglichen Lokalisation und oft frühzeitiger Infiltration von parapharyngealen und Schädelbasisstrukturen ist eine operative Resektion von Nasopharynx-Tumoren nur im Ausnahmefall erfolgversprechend. Im Einzelfall kann über einen transnasalen oder transpalatinalen Zugang bei umschriebenen Befunden eine Op., gefolgt von einer RTx, gerechtfertigt sein [2].
Strahlentherapie
Tx der Wahl in frühen Stadien (T1–2 N0) ist die alleinige RTx mit einer GRD von 64–70 Gy (ED 1,8–2,0 Gy) einschließlich gesamtem zervikalem Lymphabfluss bis Level IV und V (elektiv 50 Gy). Die intensitätsmodulierte RTx (IMRT) mit verbesserten Möglichkeiten sowohl der ZV-Erfassung als auch der Normalgewebeschonung (vor allem der Parotiden, Sehnerven, Chiasma, Linsen, Kiefergelenksregion) sollte grundsätzlich zur Anwendung kommen. Evt. Boost in Afterloading Tx, Vorteil hohe lokale Dosis bei Schonung des N. opticus [3, 4].
Radiochemotherapie
Indikation bei Tumoren der Stadien III und IV (60 % aller Pat.). Mehrere Studien belegen eine geringe, jedoch signifikante Erhöhung der 5-J-ÜLR mit einer RCTx gegenüber alleiniger RTx. Wie bei den anderen Kopf-Hals-Tumoren wurde eine Induktions-CTx mit Docetaxel und Cisplatin, gefolgt von einer RCTx mit Cisplatin, in Phase-II-Studien untersucht und im Vergleich zur alleinigen RCTx eine verbesserte 3-J-Gesamt-ÜLR gefunden [1, 5, 7, 8, 10].
Chemotherapie (siehe Kopf-Hals-Tumoren)
| Intergroup-Protokoll | ||||
Cisplatin |
100 |
mg/m2 |
Inf. (60’) |
Tag 1, 22, 43 |
+ RTx (shrinking field 64–70 Gy, 1,8–2 Gy/d) |
Tag 1 (7 Wo) |
|||
Cisplatin |
80 |
mg/m2 |
Inf. (60’) |
Tag 71, 99, 127 |
5-Fluorouracil |
1.000 |
mg/m2 |
Inf. (24 h) |
Tag 71–74, 99–102, 127–130 |
Spezielle Therapieoptionen: Wirksamkeit von Cetuximab und von Interferon-β wird derzeit in Studien untersucht. Bei zervikalem Lk-Befall ggf. Neck Dissection vor primärer RTx (50 % nodale Rezidive bei fehlender prophylaktischer Lk-RTx). Jugendliche Pat. sollten im Rahmen pädiatrischer Studien therapiert werden (s. u.).
In mehreren klinischen Studien wird der Stellenwert von Hyperthermie, photodynamischer Tx, Cetuximab und TKI untersucht [6, 11].
Prognose
5-J-ÜLR Stadium I 85 %, Stadium II 62 %, Stadium III/IV 44 %. Das EBV-assoziierte Nasopharynx-Ka. hat eine bessere Prognose als das verhornende Plattenepithel-Ka. (höhere Strahlensensibilität).
Lokalrezidive können evtl. mittels intrakavitärer Brachy-Tx nochmals kleinräumig bestrahlt werden.



