Zervixkarzinom
Vorbemerkung
Nach dem Korpus-Ka. häufigstes Genital-Ka. der Frau. Mittleres Erkrankungsalter 52 Jahre (in den letzten 25 Jahren um 14 Jahre gesunken); 2 Altersgipfel (35–39 und 60–64 Jahre).
Ätiologie: Für die Krebsentstehung ist eine Infektion mit High-risk-HPV (v. a. HPV-Typen 16, 18, 31, 33, 45, 51, 52, 56) unabdingbar. Kofaktoren: Langzeiteinnahme von oralen Kontrazeptiva, Anzahl an Geburten, genet. Veränderungen u. erworbene Immunschwächen. Als weitere Tumorpromotoren werden Rauchen u. Genitalinfektionen mit unterschiedlichsten Erregern diskutiert.
Pathogenese, Inzidenz und Screening: Präinvasive Vorstufen (Dysplasie, Carcinoma in situ) gehen meist mit einer Latenzzeit bis zu 10 Jahren und mehr der Infiltration und Met. voraus. Durch systematische zytologische Screeninguntersuchungen (Krebsvorsorge) ist die Inzidenz um über 60 % gefallen (von 35,8 vor dem Screeningbeginn 1971 auf 12/100.000). Damit ist das Zervix-Ka. unter den Malignomen der Frau an die 12. Stelle zurückgetreten, während gleichzeitig die Rate des Carcinoma in situ signifikant angestiegen ist. Seit einigen Jahren stagnieren Inzidenz und Mortalität. Wichtigster Grund an die Stagnation ist in der Hälfte der Fälle die fehlende Teilnahme am Screening. Das zytologische Screening ist als Abstrichserie konzipiert worden. Bei einer Sensitivität des Einzelabstrichs von 50 % kumuliert sie mit einer Serie von 4 Abstrichen auf 93 %. Heute ist der Nachweis von High-risk-HPV wichtig für die Risikoklassifikation. Die STIKO hat 09/09 ihre Empfehlung zur Impfung gegen Zervix-Ka. für Mädchen zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr vor Beginn der sexuellen Aktivität bestätigt. Eingesetzt werden Gardasil (gegen die Subtypen 6/11/16/18) und Cervarix (Subtypen 16/18); wegen der nicht sicheren Immunisierung ist eine Vorsorgeuntersuchung im weiteren Lebensverlauf weiterhin unerlässlich.



