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Solide Tumoren - Geschlechtsorgane und Brust - Vulvakarzinom -
Therapie & Nachsorge

Vulvakarzinom

Therapie

 

Kein Standard! Individuelles Tx-Konzept vor Einleitung der Primärtherapie in Abhängigkeit von Tumorstadium, AZ, Alter und Komorbidität in enger Zusammenarbeit mit dem Strahlentherapeuten. Neoadjuvante Tx im Stadium III und IV empfohlen.

 

Operative Therapie

 

Stadium 0: (VIN III): Lokale Exzision im Gesunden, Laserevaporisation, bei großflächigen Läsionen Skinning-Vulvektomie.

 

Stadium IA: Radikale lokale Exzision, Sicherheitsabstand 10 mm.

 

Stadium IB und II: Radikale Vulvektomie mit Ausräumung der Inguinal- und Femoralis-Lk (Drei-Schnitt-Technik). In vielen Fällen wird die mögliche Radikalität der Op. durch den AZ eingeschränkt.
In den Frühstadien Leistendissektion je nach Schnellschnitthistologie des Sentinel-Lk Bei eingeschr. Operabilität auch palliative Eingriffe evtl. in Komb. mit RTx (einfache Vulvektomie, Hemivulvektomie, Tumorentfernungen durch Laserchirurgie bei exophytischen verhornenden Tumoren) sinnvoll.

 

Stadium III: Gleiches Vorgehen, je nach Ausdehnung in Kombination mit RTx.

 

Stadium IV: Unter Abwägung von Nutzen und Risiko: evtl. Exenteratio.

 

Stadien III/IV: primäre RCTx bei gutem AZ → hohe Downstaging-Rate mit Verbesserung der R0-Resektion (95 %); evtl. Exenteratio pelvis.

 

Resektion der pelvinen Lk indiziert bei N2.

 

Strahlentherapie

 

Adjuvante RTx: Bei R+, N+ und bei unzureichender Operabilität.

 

Stadium IA/B, II (T1/2 N0): Adjuvante RTx bei knappem Resektionssaum des Primärtumors (< 8 mm, bei eingeschränkter Operabilität), evtl. bei Lymphangiosis carcinomatosa.

 

Stadium III (N+): Adjuvante RTx des regionären Lymphabflussgebietes.

 

Stadium IVA (T3): Lassen AZ und Komorbidität eine präoperative RCTx zu, sollte diese zur Verkleinerung des Tumors mit anschließender R0-Resektion angestrebt werden. Ggf. alleinige CTx oder RTx. Im hohen Lebensalter Reduktion der CTx-Dosis.

 

Zielvolumen: Das ZV umfasst den Primärtumor mit breitem Sicherheitssaum u. befallene Lk. Bei R0-Resektion, evt. nur Bestrahlung des Lymphabflusses bei N+. Sind nur die Leisten-Lk befallen, sollte die kraniale Feldgrenze die Mitte des Iliosakralgelenks nicht überschreiten (Dünndarm-schonend). Bei ausgedehntem Leistenbefall sollten auch die femoralen Lk mitbestrahlt werden.

 

Dosis: adj. 45–50,4 Gy (ED 1,8 Gy), PT oder N+Region Boost bis 60 Gy.

 

Mod. GOG – Radiochemotherapie (Mass. General Hospital)

 

5-FU

750

mg/m²

Inf. (24 h)

Tag 1–4, 29–32, 50–53

Cisplatin

40

mg/m²

i. v.

Tag 2, 30, 51

RTx

1,7

Gy

2 x tgl.

Tag 1–5, 29–33

RTx

1,7

Gy

1 x tgl.

Tag 8–12, 23–26

RTx (Boost)

1,7

Gy

2 x tgl.

Tag 50–54

 

Chemotherapie

 

Palliative CTx nur in Ausnahmefällen (z. B. massiver Lymphstau in den unteren Extremitäten u/o Vulva): 5-FU, Cisplatin, Mitomycin C.

 

Rezidivtherapie

 

Bei lokoregionärem Rezidiv ist das Vorgehen abhängig von der Art der Primärtherapie und von der klinischen individuellen Situation. Mögl. Maßnahmen: einfache Exzision, RTx o. RCTx, Exenteratio.


 

Nachsorge

 

Frühestmögliche Erkennung eines Rezidivs in einer noch resektablen Ausdehnung. Diagnose Tx-bedingter NW (Vaginal- und Urethralstenose, sexuelle Störungen), Maßnahmen zur Abhilfe.


 

Prognose

 

Hohe lokale Rezidivrate. Aufgrund des oft fortgeschr. Tumorstadiums, des ungünstigen Lk-Befalls sowie des häufig fortgeschr. Alters der Pat. Prognose meist schlecht. 5-J-OAS zwischen 25 und 50 %.