Mammakarzinom
Vorbemerkung
Heute erkrankt jede 8.–10. Frau an einem Mamma-Ka. 15–20 % aller Mamma-Ka. sind durch eine genet. Veranlagung bedingt, ca. die Hälfte hiervon durch eine Mutation in einem der High-risk-Gene mit hoher Penetranz BRCA1, BRCA2 oder RAD51C. Indikationsstellung zur genetischen Beratung erfolgt bei Vorliegen bestimmter Risikokonstellationen.
Indikationen für eine genetische Beratung
- 3 Mamma-Ka. in einer Linie oder 2 Mamma-Ka., eines < 51 Jahre
- Mamma-Ka. und Ovarial-Ka. in einer Linie oder bei einer Frau
- 2 Ovarial-Ka. in einer Linie
- Mamma-Ka. < 36 Jahre oder bilaterales Mamma-Ka. < 51 Jahre
- Mamma-Ka. beim Mann und Mamma- oder Ovarial-Ka. bei Familienmitglied
- Mamma-Ka. und Tumor aus nachfolgendem Spektrum: Kolorektales Ka., Pankreas-Ka., Melanom, Prostata-Ka. bei einem/r Pat.
Prävention: Tamoxifen über 5 Jahre reduziert in Risikogruppen die Mamma-Ka.-Inzidenz um 30–40 %. Raloxifen hat in der Postmenopause einen etwas geringeren Effekt. Exemestan in der Postmenopause reduziert die Inzidenz um 65 %. Eine Senkung der Mortalität wurde bisher nicht nachgewiesen.
Vorsorge: Die monatl. Selbstuntersuchung wird empfohlen, obwohl sie die Mortalität nicht senkt! Das Mammakarzinomscreening ist für die 50-70-jährige Frau in Deutschland flächendeckend etabliert. Es wird eine Senkung der Mamma-Ka.-Mortalität um ca. 1/3 erwartet. Regionale Screeningzentren für qualitätsgesicherte Mammografien sind eingerichtet. Frauen mit stark erhöhtem Risiko erhalten eine intensivierte Vorsorge.
Mammakarzinom des Mannes
Die Inzidenz ist gering. Weniger als 1 % aller Ka. der Brust treten beim Mann auf (ca. 400/Jahr in Deutschland). Als Risikofaktoren gelten heute eine frühere Exposition im Rahmen einer RTx sowie ein erhöhter endogener Östrogenspiegel, z. B. bei Klinefelter-Syndrom, Leberzirrhose, Adipositas. Mamma-Ka. wurden vermehrt bei Männern beobachtet, in deren Familie BRCA2-Mutationen nachgewiesen wurden. Die Behandlung erfolgt analog der des Mamma-Ka. der Frau. Adjuvante CTx und RTx je nach Stadium orientieren sich an der Tx des weiblichen Mamma-Ka. Bezüglich der adj. ETx besteht Konsens, dass die Pat. Tamoxifen erhalten sollten. Aromatasehemmer haben derzeit keinen Platz. Richtig behandelt ist die stadienadaptierte Prognose gleich günstig.
Leitlinie



