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08/2010 - Lokal fortgeschrittenes Mammakarzinom: Neoadjuvante Dreifachtherapie erscheint vielversprechend

 

Die neoadjuvante Behandlung lokal fortgeschrittener Mammakarzinome mit Gemcitabin/Epirubicin/Docetaxel lohnt sich: Fast jede fünfte Patientin war bei der Operation tumorfrei.

 

Frauen mit lokal fortgeschrittenen oder inoperablen Mammakarzinomen erhalten heute standardmäßig eine neoadjuvante Therapie, die in der Regel mit Taxanen und Anthracyclinen durchgeführt wird. Gemcitabin ist ein interessanter Kombinationspartner für diese beiden Substanzen, weil es einen anderen Wirkmechanismus hat und sich sein Toxizitätsprofil von Anthracyclinen und Taxanen erheblich unterscheidet.

 

In einer US-Amerikanischen Phase II-Studie erhielten 110 Patientinnen mit lokal fortgeschrittenen oder inflammatorischen Mammakarzinomen (T1-4 und/oder N0-3, keine T1N0M0-Tumore) präoperativ vier dreiwöchige Zyklen Gemcitabin (800 mg/m² an Tag 1 und 8), Epirubicin (75 mg/m² an Tag 1) und Docetaxel (30 mg/m² an Tag 1 und 8)

 

Postoperativ folgten vier dreiwöchige Zyklen Gemcitabin (1000 mg/m² an Tag 1 und 8) plus Docetaxel (35 mg/m² an Tag 1 und 8) und danach die in den Leitlinien empfohlene Bestrahlung und/oder Östrogen-Antagonisten-Therapie. Ziel der Phase-II-Studie war die Untersuchung von Machbarkeit, Wirksamkeit und Toxizität der neoadjuvanten Dreifachtherapie.

 

Bei 92 % der Patientinnen (n = 101) konnten alle 4 Behandlungszyklen durchgeführt werden. Zweimal wurde die Behandlung wegen Krankheitsprogression, dreimal wegen weiterer Erkrankungen, zweimal aufgrund ärztlicher Entscheidung und zweimal wegen behandlungsbedingter Toxizität abgebrochen. 103 Patientinnen wurden operiert (77 Mastektomien und 26 Brust erhaltende Operationen). Die postoperative Gemcitabin/Docetaxel-Therapie erfolgte bei 77 Frauen.

 

Die klinische Gesamt-Ansprechrate der neoadjuvanten Dreifachtherapie betrug 72 % (79 von 110 Patientinnen, 32 komplette klinische Remissionen, 47 partielle klinische Remissionen). 20 der 103 operierten Frauen (19 %) sprachen pathologisch komplett an. 40 Patientinnen waren zum Operationszeitpunkt lymphknotennegativ und bei 13 Frauen wurden weder in der Brust noch in den Lymphknoten Krebsreste gefunden.

 

Die mediane Dauer bis zum Therapieversagen betrug 36 Monate. Nach 24 und 48 Monaten wurden Gesamtüberlebensraten von 82 % bzw. 66 % beobachtet. Das Gesamtüberleben lymphknotennegativer Patientinnen war besser als das von lymphknotenpositiven Frauen (p < 0,001). Pathologisch komplett ansprechende Patientinnen hatten im Vergleich zu den übrigen ebenfalls einen Überlebensvorteil (p = 0,12).

 

Die wichtigsten Grad 3/4-Toxizitäten der 424 Zyklen der Dreifachkombinationstherapie waren Neutropenie (45 Patientinnen, 148 Ereignisse), Thrombozytopenie (19 Patientinnen), Anämie (13 Patientinnen) und febrile Neutropenie (12 Patientinnen). Wegen der Myelodepression musste die Dosis der Dreifachkombination bei 35 % der Patientinnen reduziert werden.

 

Die komplette Ansprechrate der untersuchten Kombination ist mit ähnlichen Dreifachtherapien vergleichbar, erklären die Autoren. Sie hoffen, dass sich die Myelodepressionsrate durch eine Optimierung des Therapieschemas senken lässt und dann alle drei Substanzen ohne Dosisreduktion oder Verzögerung appliziert werden können.

 

Quelle: Yardley DA, et al. A phase II trial of neoadjuvant gemcitabine, epirubicin, and docetaxel as primary treatment of patients with locally advanced or inflammatory breast cancer. Clinical Breast Cancer 2010; 10: 217-223