Strahlentherapie
Biologische Strahlenwirkung
Einer der wichtigsten Angriffsorte der RTx bei Tumoren ist die Erbsubstanz DNS der Tumorzelle. Durch physikalisch-chemische Wechselwirkungen, z. B. über Radikalbildung, können Einzel- und Doppelstrangbrüche der DNS ausgelöst werden, die in Gegenwart von molekularem Sauerstoff fortbestehen können. Gut oxygenierte und stoffwechselaktive Zellen sind daher mehr, hypoxische Zellen weniger strahlensensibel. Für eine kurative Therapie sollte im Gewebe immer eine möglichst hohe O2-Sättigung (ggf. Bluttransfusion, Erythropoetin-Gabe) angestrebt und hypoxische Einflüsse (z. B. Rauchen) vermieden werden. Über viele biologische Einzelschritte (Mitosetod, Apoptose, beschleunigte Differenzierung) kommt es schließlich zum Zelltod der geschädigten Zellklone. Zelleigene Reparaturmechanismen können die Wirkung ionisierender Strahlen sowohl im Normalgewebe als auch in Tumorzellen abschwächen. Die unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit von Tumorzellen (meist hoch reproduktiv, wenig differenziert) und Zellen des Normalgewebes (z. T. wenig oder nicht mehr reproduktiv, hochdifferenziert) erlaubt insgesamt aber eine gute Schonung des mitbestrahlten Normalgewebes durch Aufteilung der Bestrahlung in viele Einzelschritte (= Fraktionen).



