Strahlentherapie
Teletherapie
Bei der perkutanen Teletherapie kommen meist Linearbeschleuniger zum Einsatz, die sowohl Elektronen als auch Photonen mit hohen Energien von bis zu 23 MeV (= Mega-Elektronenvolt; für Photonen in MV angegeben) erzeugen können. Damit sind über 95 % der Bestrahlungen möglich. Daneben werden noch Geräte mit Röntgenstrahlung im Bereich von 50 (oberflächennahe Tumoren)–300 kV (Entzündungsbestrahlung) und immer seltener Kobaltgeräte mit einer Gammastrahlung von 1,02 MV eingesetzt. Elektronen und Photonen haben fast gleiche biologische Effekte, unterscheiden sich aber durch ihr Dosistiefenprofil. Während sich Photonenstrahlung im Gewebe anfangs aufbaut (Hautschonung) und dann langsam exponentiell zur Tiefe immer weiter abnimmt, haben Elektronen wegen ihrer elektrischen Ladung nur eine begrenzte mittlere Reichweite (Faustregel: Betrag in MeV/3 in cm). Sie eignen sich daher besonders für oberflächliche Zielvolumina (Haut) vor kritischen Risikoorganen (z. B. Herz und Lunge). Oberflächliche Läsionen sind aber auch mit Röntgentherapiegeräten gut zu behandeln, während Telekobaltgeräte wegen technischer Limitationen eher kaum noch zum Einsatz kommen. An einigen Standorten bestehen inzwischen auch Protonen-, Neutronen- oder Schwerionentherapieanlagen, die in Abhängigkeit von der Energie und Strahlenart in der Oberflächenbelastung und Eindringtiefe deutlich variieren und Spezialaufgaben erfüllen (z. B. kindliche Tumoren).
Hochenergetische Photonen und Elektronen haben ein Dosismaximum nicht auf der Hautoberfläche, sondern wenige Millimeter tiefer, da der Dosisbeitrag durch Sekundärelektronen aus dem durchstrahlten Gewebe erfolgt. Gegenüber der schwächer energetischen Strahlung wird so die Haut geschützt. Bei der Behandlung von oberflächlichen Tumoren kann dann zur Dosiserhöhung ein gewebeäquivalentes Material (Bolus) auf die Haut aufgelegt werden. Optimal zur Behandlung tiefer liegender Tumore sind energiereiche Protonen, die das Gewebe davor kaum und dahinter nur sehr gering belasten.
An den Linearbeschleunigern sind Gerät und Tisch in weitem Umfang drehbar, sodass aus fast allen Richtungen auf den Tumor gestrahlt werden kann. Das primär rechteckige Strahlenfeld wird durch primäre und sekundäre Bleilamellen (Satellitenblenden, Multilamellenkollimator) an die Kontur des Zielvolumens angepasst.



