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Krebstherapieformen - Strahlentherapie -
Konventionelle und CT-gestützte Therapieplanung

Strahlentherapie

Konventionelle und CT-gestützte Therapieplanung

 

Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche RTx ist die komplette Erfassung des Tumorvolumens und eine möglichst geringe Belastung des umgebenden Normalgewebes. Die konventionelle, 2-dimensionale Bestrahlungsplanung erfolgt dazu an einem Simulator, der über dieselben geometrischen Eigenschaften wie das Bestrahlungsgerät verfügt, unter Röntgendurchleuchtung. Die Dosisverteilung in der Tiefe kann dann aus Tabellenwerten ermittelt werden. Am Patienten selbst werden über Laserprojektion bzw. ein Lichtfeld die Positionen des Zentralstrahles, die Feldgröße und -form und evtl. noch Hilfslinien, die der Patientenlagerung dienen, auf der Haut markiert. Darüber hinaus wird die Dosierungstiefe festgelegt und über den Einsatz von Kompensatoren/Keilfiltern zur Dosisoptimierung entschieden. Hauptanwendungsgebiete sind praktisch alle palliativen Indikationen (RTx von Knochenmetastasen, Ganzhirnbestrahlung etc.) bzw. auch Standardfelder bei Lymphomen u. a.

 

Das moderne Standardverfahren ist die 3-dimensional konformale RTx, bei dem die zu behandelnde Körperregion in den Überschneidungsbereich der Achsen mehrerer Strahlenrichtungen  (Isozentrum), positioniert wird, die aus unterschiedlichen Richtungen einwirken und individuell an die jeweilige Kontur des Zielvolumens angepasst werden können, z. B. durch geformte Bleiblenden oder Anpassung der am Gerät vorhandenen Blenden eines Multileafkollimators (MLC). Außerdem  können die Felder noch mit Keilfiltern moduliert werden, um die unterschiedlichen durchstrahlten Gewebsdicken auszugleichen. Liegen die Einstrahlrichtungen aller Teilfelder auf einer gemeinsamen Ebene (typischerweise Schnittebene quer zur Patientenlängsachse), spricht man von koplanarer, sonst von non-koplanarer Bestrahlungsplanung. Moderne Behandlungspläne nutzen mehrere Volumendefinitionen (Zielvolumen erster und zweiter Ordnung), die unterschiedlich intensiv bestrahlt werden. Das technische Vorgehen ist international standardisiert z. B. mit Hilfe ICRU-50- und 62-Normen.

 

Heutzutage wird meist mittels Computertomografie, zunehmend unter Bildfusion mit MRT- oder PET-Bilddaten, die 3-dimensionale Bestrahlungsplanung durchgeführt und mit Hilfe spezieller Planungsrechner ein 3-dimensionales Modell erstellt. Das Tumorvolumen und die Risikoorgane werden dabei in Volumen und Form komplett erfasst und die jeweiligen physikalischen Eigenschaften des Beschleunigers zugrundegelegt. Der von der Medizinphysik berechnete und vom Arzt verifizierte Dosierungsplan mit Feldanordnung wird schließlich auf den Patienten selbst übertragen. Dies kann am Therapiesimulator oder „virtuell“ am CT erfolgen. Die Einstellungsgenauigkeit wird regelmäßig überprüft, indem ein Röntgenfilm (zunehmend elektronische Bildaufzeichnung) hinter dem Patienten in den Strahlenweg gebracht und das so erzeugte Bild mit den Aufnahmen der Simulation verglichen wird (Verifikation). In den meisten modernen Linearbeschleunigern ist zusätzlich eine Röntgendurchleuchtung (Kilo- oder Megavoltstrahlung) integriert, sodass die Position wichtiger Organe selbst auf dem Bestrahlungstisch nochmals überprüft und ggf. zeitnah korrigiert werden können (image-guided radiotherapy, IGRT).