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Krebstherapieformen - Strahlentherapie - Bestrahlungskonzepte

Strahlentherapie

Bestrahlungskonzepte

 

Aus den o. g. Überlegungen erfolgt die RTx in aller Regel fraktioniert. Die normale Bestrahlung mit 5 Fraktionen/Woche und 1,8–2 Gy/d Einzeldosis sowie Pause am Wochenende hat sich auf empirischer Basis entwickelt. Die RTx solider Tumoren erfordert meist 30–40 Fraktionen in 6–8 Wochen (Wochendosis 9–10 Gy, Gesamtdosis 60–76 Gy). Wird die Gesamtdosis über mehr als 5 RTx-Fraktionen pro Woche (Hyperfraktionierung) verabreicht, schont man zwar das (spät reagierende) Normalgewebe, doch verringert sich mit zunehmender Behandlungszeit auch die Wahrscheinlichkeit der Tumorkontrolle. Wird die Gesamtbehandlungszeit verkürzt (Akzelerierung), steigt die Tumorkontrollwahrscheinlichkeit bei verminderter Repopulierung, allerdings auf Kosten einer erhöhten Akuttoxizität im Normalgewebe. Die gleichzeitige Hyperfraktionierung und Akzelerierung, z. B. mit 2 x 1,4 Gy/d bei etwas reduzierter Gesamtdosis, nutzt die Vorteile der verbesserten Tumorkontrolle bei tolerabler Toxizität im Normalgewebe. Dies nutzt man z. B. beim „concomitant boost“: Hier werden die 1. und 2. Tagesdosis in unterschiedlich großen Zielvolumina verabreicht (Tumor plus Lymphabflussgebiet versus Tumor allein). Da als Reparaturzeit der Zellen des Normalgewebes mindestens 6 h angenommen werden, sollte dieses Zeitintervall zwischen den einzelnen Fraktionen nicht unterschritten werden. Eine Ausnahme stellt die Pulsed-dose-rate (PDR)-Brachytherapie dar, bei der pro Tag bis zu 24 Einzelbestrahlungen mit 0,5 Gy/h erfolgen. Wird die Gesamtdosis über weniger Fraktionen mit erhöhter Einzeldosis (Hypofraktionierung) verabreicht und damit die Gesamtbehandlungszeit verkürzt, erhöht sich die Wirkung am Tumor, aber auch das Risiko von chronischen Spätfolgen, weshalb oft eine erhebliche Reduktion der Gesamtdosis erforderlich ist. Diese RTx-Konzepte nutzt man vor allem in der Palliativsituation, wo eine verkürzte Behandlungszeit bei schnellem Wirkungseintritt vorteilhaft ist, neuerdings aber auch wieder in kurativen Konzepten (z. B. Mamma-Ka.).

 

Der Erfolg der RTx hängt insgesamt von vielen Faktoren ab: 1. den Eigenschaften des Tumors (Entität, Größe, Hypoxie u. a.), 2. den Eigenschaften der Strahlung (linearer Energietransfer, Energie), 3. der Einzel- und Gesamtdosis und der Verteilung der Dosis über die Zeit (Fraktionierung), 4. der Kombination mit anderen Tx-Modalitäten u. a. individuellen Faktoren.

 

Besonders strahlenempfindlich sind Lymphome und Seminome, besonders strahlenresistent dagegen maligne Gliome und Osteosarkome; die häufigen Plattenepithel- und Adenokarzinome sind intermediär strahlenempfindlich. Bei jedem RTx-Konzept sind diese Aspekte zu berücksichtigen und das Verhältnis von Wirkung und Nebenwirkung (akute und späte Tx-Folgen) und das primäre Tx-Ziel (kurativ/palliativ) festzulegen.