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Krebstherapieformen - Stammzelltherapie - Komplikationen und supportive Therapie

Stammzelltherapie

Komplikationen und supportive Therapie

 

Art und Häufigkeit der Komplikationen hängen vom Tx-Verfahren, der Art der Konditionierung, dem Krankheitsstatus, der Vorbehandlung und der Dauer der Aplasie ab. Wichtig ist eine standardisierte supportive Tx in einem erfahrenen Zentrum.

 

Nach autologer SZT tritt eine Gefährdung durch bakterielle Infekte in der Phase der kompletten Leukopenie ein. Systemmykosen werden beobachtet, haben aber eine geringere Bedeutung. Das Risiko infektiöser Komplikationen wird durch die gastrointestinale Mukositis erhöht. Diese wird durch die HD-RCTx verursacht und zwingt bei vielen Pat. zur Anwendung von potenten Analgetika (Opiate) und zur parenteralen Ernährung. Die Inzidenz von neutropenischem Fieber beträgt etwa 40–60 %. Nach Rekonstitution der Myelopoese wird eine mehrwöchige Phase einer lymphatischen Abwehrschwäche beobachtet. In dieser Zeit besteht die Gefahr der Replikation von Viren der Herpesgruppe (Herpes simplex, zoster, CMV) und von Pneumocystis jirovecii. Die transplantationsbezogene Mortalität bei autologer SZT wird mit 2–5 % angegeben. Die obere Altersgrenze für die autologe SZT ist nicht exakt definiert. Oberhalb des 65. Lebensjahres muss mit einem Anstieg der behandlungsassozierten Mortalität bis auf über 10 % gerechnet werden. Beim multiplen Myelom werden HD-RCTx und SZT vielfach bis zum 70. Lebensjahr angewendet.

 

Für die Phase unmittelbar nach HD-RCTx und allogener SZT wird die Unterbringung in einem Zimmer mit steril filtrierter Raumluft empfohlen. Nach allogener SZT besteht die Notwendigkeit zur Prophylaxe und Behandlung der GvHD (s. u.). Diese bedingt eine lang-anhaltende (3–12 Mon.) Suppression vorwiegend der T-lymphozytären Abwehr. Eine Prophylaxe von bakteriellen Infekten, Herpesvirus-Replikationen, Mykosen und P. jirovecii in dieser Zeit ist obligat. Ein Monitoring von CMV-Replikationen und bei Nachweis die preemptive Behandlung mit Ganciclovir hat sich als sinnvoll erwiesen. Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie dieser Infektionen gibt die AG Infektionen der DGHO.

 

Wesentliches Gefahrenmoment nach allogener SZT ist die immunologische Reaktion des Spenderimmunsystems gegen den Empfänger (Graft-versus-Host-Disease, GvHD). In der Prophylaxe der GvHD nach allogener SZT werden Ciclosporin, Tacrolimus, Steroide, Methotrexat, Mycophenolat und ATG (Antilymphozytenserum) eingesetzt. Als sehr wirksame GvHD-Prophylaxe können die T-Lymphozyten aus dem Transplantat durch Ex-vivo-Manipulationen entfernt werden. Dieses Verfahren ist allerdings häufig mit einem Anstieg anderer Komplikationen (Transplantatabstoßung, Rezidive) verbunden. Zur Behandlung der akuten GvHD (Auftreten in den ersten 100 Tagen, Manifestation an Haut, Darm und Leber) werden Steroide, bei Nichtansprechen Anti-T-Zell-Antikörper (OKT3, anti-CD25) Anti-TNF-α-AK oder ATG eingesetzt. Eine histologische Sicherung sollte immer vor Therapiebeginn erfolgen. Die chronische GvHD zeigt häufig ein sklerodermieartiges Bild mit Kollagenfaservermehrung der Haut; die Behandlung erfolgt mit Steroiden, Azathioprin, Ciclosporin, Mycophenolat und v. a. bei Hautbefall mit PUVA-Bestrahlung und/oder extrakorporaler Photopherese. Die Rate der transplantationsbezogenen Mortalität bei allogener SZT ist abhängig von Alter und Grunderkrankung des Empfängers, Konditionierungsverfahren und HLA-match des Spenders sehr variabel. Sie beträgt 10–40 %.

 

Spätkomplikationen der SZT bestehen in Folgen der HD-RCTx und werden als Lungenfibrosen, Kataraktbildung und Zweitneoplasien beobachtet.