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Krebstherapieformen - Stammzelltherapie - Prinzipien und Definitionen

Stammzelltherapie

Prinzipien und Definitionen

 

Die Übertragung von Stammzellen der Hämatopoese durch intravenöse Infusion wird als Stammzelltransplantation (SZT) bezeichnet. Diese Stammzellen können vom Pat. selber stammen (autologe SZT). Sie werden in diesem Fall vor Durchführung einer HD-RCTx asserviert. Stammen die Stammzellen von einem anderen Individuum, so spricht man von einer allogenen SZT. Als Spender kommen verwandte HLA-idente Personen („matched related donor“, MRD) oder HLA-idente nicht verwandte Personen aus einem der international geführten Spenderregister in Frage („matched unrelated donor“, MUD). Bei Verwendung der heute üblichen hochauflösenden Genotypisierung für das HLA-Muster bestehen hinsichtlich der Nebenwirkungen (GvHD) keine relevanten Unterschiede zwischen gematchten verwandten und nicht verwandten Spendern mehr. In Ausnahmefällen kann eine Abweichung des HLA-Typus in 1 von 10 getesteten Genloci akzeptiert werden. Quellen der hämatopoetischen Stammzellen sind das Knochenmark (KM) oder Zytokin-mobilisierte periphere Blutstammzellen (PB-SZT), in seltenen Fällen auch postpartales Nabelschnurblut. Hauptindikation zur Durchführung einer autologen SZT sind Lymphome (inkl. Plasmozytom), Leukämien und Keimzelltumoren, für die allogene SZT Leukämien, lymphoproliferative Erkrankungen und hereditäre Erkrankungen der Hämatopoese sowie bestimmte Stoffwechselerkrankungen. Therapieprinzip der autologen SZT ist der Support der HD-RCTx. Bei der allogenen SZT tritt ein immuntherapeutischer Effekt des Spenderimmunsystems gegen die Leukämie oder das Lymphom des Pat. hinzu (GvL-Effekt). Die relativ hohen Kosten, das Risiko für die Pat. und der in einigen Bereichen noch experimentelle Charakter machen Qualitätssicherungsmaßnahmen durch Registrierung aller Transplantationen beim Deutschen Zentralregister für Stammzelltransplantation (DRST) und der Europäischen Gesellschaft für Blut- und Stammzelltransplantation (EBMT) sinnvoll. Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 2.547 autologe und 2.474 allogene SZT durchgeführt. Die Versorgungsdichte entspricht einem Mittelplatz im europäischen Vergleich.