Myelodysplastische Syndrome
Vorbemerkung
Definition: Klonale Hämatopathie der pluripotenten Stammzelle mit peripherer Mono- bis Panzytopenie, i. d. R. hyper-, selten hypozellulärem KM und qualitativen Veränderungen der Zellreihen.
Inzidenz: Selten im jugendlichen Alter, medianes Erkrankungsalter 70 Jahre, > 70 J. 20–50/100.000/Jahr.
Ätiologie: > 90 % unbekannt, sekundäre MDS: nach CTx (vor allem Alkylanzien, Topoisomerase-II-Hemmer), Strahlenexposition, HD-Tx mit autologer SZT. Verlust und Translokationen an bestimmten Schlüssel-Genen v. a. der Chromosomen 1, 5, 7, 11, 12, 13 und 20 mit Auswirkungen auf Zellwachstum, Zelldifferenzierung, RAS-Signalmoleküle, Zellzyklus-Regulatoren und Transkriptionsfaktoren sind pathogenetisch für die Dysregulation von Proliferation und Differenzierung hämatopoetischer Stammzellen verantwortlich. Die ineffektive Erythropoese wird auch im Zusammenhang mit einer immunologischen Dysfunktion gesehen.



