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Hämoblastosen - Lymphome des GI-Traktes - Magenlymphome - Therapie & Nachsorge

Vorbemerkung Klassifikation Klinik &
Diagnostik
Therapie &
Nachsorge
Weiterführende
Informationen

Magenlymphome

Therapie

 

Allgemeine Therapiehinweise [4]

 

Chirurgische Therapie: Organerhaltende Tx hat sich gegenüber der Magenresektion bezüglich der ÜLZ als mindestens gleichwertig und hinsichtlich der QoL als überlegen erwiesen. Die primäre Op. ist lediglich Notfällen wie Perforation oder konser-vativ nicht beherrschbarer Blutung vorbehalten. „Sicherung der Histologie“ ist keine Indikation (Schlingenbiopsie; Makrozange)!

 

Strahlentherapie: RTx in den lokalisierten Stadien I und II wie bei indolenten nodalen Lymphomen in kurativer Intention. Das optimale ZV wird zur Zeit in Studien untersucht (s. u. Deut-sche Studiengruppe gastrointestinale Lymphome; DSGL). Bei aggressiven Lymphomen ist sie Teil der kurativen Tx wegen einer möglichen nachgewiesenen oder der Diagnostik entgangenen kleinzelligen Komponente (s. o.). In fortgeschrittenen Stadien ist die Bedeutung der RTx nicht belegt. Beachte: Wegen möglicher Teil-RTx der linken Niere: vor Tx Kontrolle der Nierenfunktion (seitengetr. Nierenfunktionsprüfung); Aus gleichem Grund: Ausschluss einer manifesten Lebererkr.

 

Chemotherapie: Die Tx-Schemata entsprechen denen nodaler Lymphome. Bei aggressiven Lymphomen (CHOP-14) ist die Zyklenzahl zur Zeit Studienfrage ebenso wie der Stellen-wert von Rituximab (s. u. DSGL)

 

Burkitt-, Burkitt-ähnliche und lymphoblastische Lymphome werden nach den Konzepten zur Therapie der akuten B-lymphoblastischen Leukämie behandelt.

 

Antibiotische Therapie („Eradikation“): Bei Nachweis von Helicobacter pylori empfiehlt die DSGL grundsätzlich eine Keim-eradikation. Beachte: Einleitung erst nach Vorliegen eines histologischen Befundes! Bei Marginalzonen-Lymphomen im Stadium I ist die Eradikation auch Tx des Lymphoms (Erfolgsrate ca. 80 %). 3-monatliche Kontrollen des Lymphoms sind erforderlich. Bei PD oder spätestens nach 1 Jahr ohne Normalisierung der Schleimhaut ist eine RTx indiziert.

 

Indolente Magenlymphome

 

Spezielle Therapieempfehlungen: Die Empfehlungen stützen sich auf die Daten der prospektiven Studien GIT NHL 01/92 und 02/96. Auf dieser Basis werden von der DSGL (s. u.) neue Therapiekonzepte geprüft, deren Ergebnisse bereits 2010 zu Änderungen der Empfehlungen führen könnten (Kontakt zur DSGL s. u.).

 

Aktuelle Therapieempfehlungen DSGL:

  • Stadium I
    a) Keimeradikation (Indikation; s. o.); sonst bzw. bei Versagen:
    b) RTx
    – involved field: Magen und Duodenum; Dosis: 40 Gy
  • Stadium II1
    – extended field: oberes und mittleres Abdomen (kaudal bis Unterkante LWK 5); Dosis 30 Gy und
    – involved field (Boost): Magen und Duodenum mit benachbarten Lk: 10 Gy
  • Stadium II2
    – extended field: gesamter Bauchraum (kranial Einschluss der Zwerchfellkuppeln; kaudal Foramina obturatoria; Cave: bei Beteiligung iliakaler oder inguinaler Lk nach kaudal Einschluss der Leistenregion!); Dosis: 30 Gy; und
    – involved field (Boost): Magen und Duodenum mit benachbarten Lk einschließlich weiterer befallenen Lk-Stationen; Dosis: 10 Gy
  • Stadien III, IV
    siehe indolente nodale Lymphome

 

Aggressive Magenlymphome

 

Spezielle Therapieempfehlungen: Die DSGL prüft zur Zeit eine Reduktion von 6 auf 4 Zyklen CHOP-14 in Kombination mit Rituximab in den Stadien I und II. Eine Zwischenanalyse im Januar 2012 wird entscheiden, ob die DSGL 4 Zyklen zumindest in Subgruppen als aktuellen Standard sieht (Kontakt zur DSGL s. u.).

 

Therapie

 

  • Stadien I + II
    6 x CHOP-14 gefolgt von obligater RTx zur Kuration der nachgewiesenen/möglichen kleinzelligen Komponente der aggressiven Lymphome (s. o.) (IF; 40 Gy)
    Durch Studien abgesicherte Daten liegen nur für dieses Konzept vor! Die DSGL prüft z. Zt. Zyklenzahl und den zusätzlichen Einsatz von Rituximab.
  • Stadien III, IV
    6 x R-CHOP-14 (keine RTx wegen Größe des Volumens)
    In diesen Stadien gibt es keine durch Studien abgesicherten Daten.

 

Nachsorge

 

Im Rahmen der DSGL werden vierteljährliche endoskopische Kontrollen (lokalisierte Magen-NHL rezidivieren überwiegend lokal) empfohlen einschließlich der bei noda-len Lymphomen üblichen Untersuchungen. Die Abstände können nach 2 Jahren verlängert werden. Vereinzelt wurden Rezidive nach > 4 (aggressive NHL) bzw. > 8 Jahren (indolente NHL) beobachtet.