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Hämoblastosen - Chronische Lymphozyten-Leukämie - Haarzell-Leukämie (HCL) -
Therapie & Nachsorge

Haarzell-Leukämie (HCL)

Therapie

 

Behandlungsgrundsätze: Zurückhaltung bei fehlenden Symptomen, wenig beeinträchtigtem BB und indolentem Verlauf. Indikation zur Therapie früh bei Zeichen der Progression (HB < 10 g/dl, Thr. < 100.000/µl, Tx < 1000/µl) sowie bei Symptomen, wiederholten Infekten oder anderen Komplik. Cladribin (2-CDA) und Pentostatin effektivste Substanzen, Einsatz als Primär-Tx. Auf erhöhtes Infektionsrisiko achten (vorübergehende KM-Suppression und Abfall der CD4+ und CD8+ T-Lymphozyten). Wenn CD4+ < 200/µl: Pneumocystis-jirovecii-Prophylaxe mit Cotrimoxazol.

 

  1. Bei aktiver Infektion Vorphase mit G-CSF und Low-dose-IFN (0,5 Mio. E./d s.c.).
  2. Wenn Infekte saniert, Cladribin (2CDA) oder Pentostatin.

 

Cladribin (Leustatin)

0,1

mg/kg KG

Inf. (24 h)

Tag 1–7

oder

Cladribin (Litak)

0,14

mg/kg KG

s.c.

Tag 1–5

I. d. R. 1 Zyklus Cladribin s.c. oder i.v., ob bei Resterkrankung nach dem 1. Zyklus ein 2. Zyklus sinnvoll, ist bisher nicht entschieden.

Pentostatin (Nipent)

4

mg/m2

Inf. (20–30’)

alle 14 Tage

bis CR erreicht, danach noch 2 weitere Dosen empfohlen. Optimale Behandlungsdauer bisher nicht festgelegt.

 

Besondere Therapieoptionen: Alternativ oder bei Cladribin/Pentostatin-Versagen: IFN-α 3 Mio. E. subkutan, 3 x/Wo., Tx-Dauer 12–18 Mon., bei Response auch länger dauernd. Gute Ergebnisse bei Resterkrankung o. Rezidiv mit Rituximab 375 mg/m2 x 4 (off label). Bei Spätrezidiven evtl. erneut Cladribin/Pentostatin. Splenektomie heute meist nicht mehr indiziert, nur noch bei fehlender Ansprache oder KI gegen die o. g. Therapie.


 

Prognose

 

Heilung bisher nicht gesichert, langfristige Remissionen möglich.