Indolente (reife) B- und T-Zell-Lymphome
Therapie
Behandlungsgrundsätze: Indolente Lymphome (niedriger Malignitätsgrad) nur in lokal begrenzten Stadien (I–II) sind durch eine RTx kurativ zu behandeln (s. u.). In fortgeschr. Stadien (Stadium III mit ausgedehntem Befall und IV) durch kombinierte ICTx mit dem moAK Rituximab (± RTx) wirksam anzugehen, aber nur in Einzelfällen kurativ. Bei geringer Progredienz in fortgeschr. Stadien abwartende Haltung gerechtfertigt, da die Erkrankungen (Ausnahme: Mantelzell-Lymphom) mit einem OAS von vielen Jahren assoziiert sind. Indikation für Therapiebeginn: B-Symptome u/o hämatopoetische Insuffizienz u/o progredientes Lk-Wachstum u/o „bulky disease“ (Tumormassen > 6 cm), Verdrängungsbeschwerden durch Lk mit/ohne Lymphabflussstörungen oder Hepatosplenomegalie, Autoimmunphänomene, Hyperviskositätssyndrom oder progrediente Polyneuropathie im Rahmen eines lymphoplasmozytischen Lymphoms mit monoklonalem IgM.
Ausnahme: Kurative Bestrahlung des follikulären Lymphoms im CS IIIA mit geringer Tumormasse und Befall von ≤ 3 benachbarten Lk-Regionen (s. u.).
Nachsorge
Fortgeschrittene Stadien sind nach dem derzeitigen Stand wahrscheinlich nicht heilbar. Die Verlaufskontrollen dienen daher in erster Linie der Aufrechterhaltung der QoL. Die Indikation zur palliativen Tx im Rezidiv sollte sich an der Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und einer progredienten hämatopoetischen Insuffizienz orientieren. Das Ausmaß der Diagnostik richtet sich im Wesentlichen auf die Proliferation des Lymphoms und kann sich auf wenige Parameter beschränken (Anamnese, klinischer Befund; BSG, gr. BB, LDH, β2-Mikroglobulin, Sonografie des Abdomens). Weitere Untersuchungen nur beschwerdeorientiert. Im Rahmen von klinischen Studien erfolgt die Nachsorge nach dem jeweiligen Studienprotokoll, i. d. R. alle 3 Monate für die ersten beiden Jahre, danach alle 6 Monate für weitere 3 Jahre. Ein besonderes Augenmerk gilt der kardialen Pumpfunktion nach Anthrazyklin-Tx, der Transformation in ein sekundär aggressives B-NHL, einschließlich einer sekundären Leukämie und der Entwicklung einer anderen malignen Erkrankung. Nach RTx der Halsregion sollte die Schilddrüsenfunktion regelmäßig geprüft werden.



