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Supportive Therapie - Nausea-/Emesis-Therapie - Medikamente

Nausea-/Emesis-Therapie

Medikamente

 

Dexamethason: als Mono-Tx bei schwach emetogenen Substanzen möglich (z. B. 8 mg p.o.). Bei mittel und stark emetogenen Substanzen potenziert Dexamethason die Wirkung von 5-HT3- und NK1-Antagonisten und sollte immer mit diesen kombiniert werden.

 

Dopaminantagonisten: Antiemetika mit zentraler Blockierung des Dopamin(D2)-Rezeptors und zusätzlicher peripherer antiemetischer Wirkung durch Steigerung der gastrointestinalen Motilität bei hypotonen Funktionsstörungen des Magen-Darm-Trakts. NW: Cave bei Blasenentleerungsstörungen durch Prostataadenom, dyskinetisches Syndrom (Antidot: Biperiden). Vermindert Resorption von Digoxin, Cimetidin, erhöht Resorption von Alkohol, versch. Antibiotika, Levodopa, Lithium, Paracetamol.

 

  • Metoclopramid: 2–3 x 10 mg/d rektal oder 3 x 5–10 mg/d p.o.; wenn nötig, 1–3 x 10 mg/d i.m. oder i.v. oder hochdosiert: 2 mg/kg KG als Inf. über 2 h
  • Alizaprid: 2–3 x 50 mg i.v., 3 Tbl. à 50 mg p.o. 30 min vor und 30 min nach CTx
  • Domperidon: nur peripher wirkend; D2-Antagonist, daher ohne zentralnervöse NW; Dosierung 3 x 10–20 mg p.o.

 

Serotonin-(5-HT3)-Antagonisten (Setrone): Selektiv wirkende Substanzen, die den 5-HT3-Rezeptor an der Area postrema blockieren, aber wahrscheinlich auch an Rezeptoren im GI-Trakt eine serotoninantagonistische Wirkung entfalten, ohne die NW der Dopaminantagonisten (keine Dyskinesien; gelegentlich Flush, Kopfschmerzen, Obstipation, Sedierung, Hypotension). Hohe antiemetische Potenz, besonders für die RTx und CTx. Substanzen: Ondansetron, Tropisetron, Granisetron, Palonosetron; Dosierung s. u.

 

Neurokinin-1-(NK1)-Rezeptorantagonisten: Tachykinine binden an den NK1-Rezeptor und potenzieren die Emesis. NK1-Rezeptorantagonisten können diesen Einfluss unterbinden. Sie verstärken die Wirkung von 5-HT3-Antagonisten und Dexamethason und werden mit diesen Substanzen kombiniert (NK1-Antagonist bei hoch emetogenen Substanzen nie alleine geben!). Substanzen: Aprepitant (Emend®, p.o. 125 mg p.o. Tag 1, 80 mg p.o. Tage 2 + 3), Fosaprepitant (Ivemend®, 115 mg i.v., nur zugelassen für Tag 1, anstelle von oralem Aprepitant). Cave: Aprepitant kann die Wirkspiegel von Trabectedin (Yondelis®) erhöhen, wenn Kombination nicht vermeidbar ist siehe enges Tox-Monitoring.

 

Richtlinien zur Therapie von Emesis/Nausea (MASCC*, ASCO, NCCN)

 

Risiko-Gruppe

Emesisrisiko (%)

Akutes Erbrechen

Verzögertes Erbrechen

Minimal

< 10 %

keine präventiven
Maßnahmen

keine präventiven Maßnahmen

Niedrig

10–30 %

Dexamethason o.
Dopaminantagonist**

keine präventiven Maßnahmen

Moderat

30–90 %

Tag 1
5-HT3-Antagonist +
Dexamethason

Tage 2 + 3
Dexamethason o. 5-HT3-Antagonist,
(ev. + NK1-Antagonist)

Hoch

> 90 %

Tag 1
5-HT3-Antagonist +
Dexamethason +
NK1-Antagonist ± Lorazepam

Tage 2 + 3
Dexamethason
(evtl. auch Tag 4)
+ NK1-Antag. (p.o.)
± Lorazepam

* Multinational Association for Supportive Care in Cancer
** Dosierungen: Dexamethason: 8‑12 mg p.o. oder 8 mg i.v., bei unzureichender Wirksamkeit + Lorazepam (1–2 mg i.v./p.o., evtl. schon beginnend am Abend vor der Therapie!). Metoclopramid 20–50 mg p.o. oder als Kurzinfusion (± Lorazepam). Bei extrapyramidalen NW von MCP: Dimenhydrinat, Domperidon oder alternativ 5-HT3-Antagonist. I. d. R. kein verzögertes Erbrechen.
5-HT3-Antagonisten s. u.
NK1-Antagonist (Aprepitant): Tag 1: 125 mg p.o., 115 mg i.v.; Tag 2 + 3: 80 mg p.o.

 

Ziel der Tx ist der Zustand ohne Übelkeit! Mit konsequenter Tx ist dies bei ca. 60–80 % aller Pat. zu erreichen. Die antiemetische Tx richtet sich nach der emetogenen Potenz der verwendeten Zytostatika und der subjektiven Empfindlichkeit des Pat. Jeder Pat. mit Nausea/Erbrechen wird beim nächsten Zyklus mit der Tx der höheren Gruppe behandelt (siehe Tab. Richtlinien). Bei den sehr schwach emetogenen Zytostatika (siehe Tab. Emetogene Potenz) ist i. d. R. keine Tx notwendig.

 

Applikation und Dosierung der 5-HT3-Antagonisten

 

Wenn orale Gabe, dann spätestens 30 min vor Tx.

 

NW: Kopfschmerzen, Obstipation, leichte Flush-Symptomatik.

 

Äquivalenzdosen

HWZ (h)

Dosis (i.v)

(p.o.)

Ondansetron (Zofran, zahlr. Generika)

  4,0

8–16 (32) mg

12–16 (32) mg

Tropisetron (Navoban)

  8,0

5 mg

5 mg

Granisetron (Kevatril, zahlr. Generika)

  9,0

1–3 mg

2 mg

Palonosetron (Aloxi)

40,0

250 µg (Bolus)

500 µg

 

Ondansetron liegt auch als Sublingualform vor (Zofran Zydis), diese Form dient nur der einfacheren Applikation, es findet keine bukkale Resorption statt.