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Supportive Therapie - Nausea-/Emesis-Therapie

Nausea-/Emesis-Therapie

Ätiologie und Pathogenese

 

Den Symptomen Übelkeit und Erbrechen bei einer Tumortherapie liegt eine Vielzahl von Ursachen zugrunde:

 

Erbrechen durch Störungen im Bereich des gesamten Verdauungstraktes — vom Pharynx bis zum Rektum, einschließlich Leber, Pankreas und Gallenwegen — wie Entzündungen, mechanische Hindernisse oder toxische Reizungen.

 

Zentrales Erbrechen: Reizungen des Brechzentrums in der dorsolateralen Formatio reticularis bzw. der Chemorezeptor-Triggerzone (CTZ) in der Area postrema des IV. Ventrikels durch Zytostatika (oder Morphin).

 

Psychogenes Erbrechen: Über das limbische System Einflüsse auf Brechzentrum und CTZ. Antizipatorisches Erbrechen bei CTx wird so ausgelöst, die genaue Genese ist noch nicht geklärt (s. u.).

 

Zeitliche Differenzierung

 

Antizipatorisches Erbrechen: Erwartungserbrechen als konditionierte Erfahrung früherer Tx. Einsetzen vor Tx-Beginn, spricht auf Antiemetika nur bedingt an, i. d. R. durch Psychopharmaka zu beeinflussen, selten ganz zu beherrschen. Der Pat. muss daher schon beim ersten Zyklus vor „schlechten Erfahrungen“ bewahrt werden.

 

Akutes Erbrechen: Abhängig von der emetogenen Potenz des Zytostatikums (siehe Tab.), von der Dosis und der Konstitution des Pat. Frauen neigen häufiger zu Erbrechen als Männer, junge Pat. mehr als ältere, und nach langjährigem höherem Alkoholkonsum kann der Brechreiz fast vollständig fehlen. Beginn des akuten Erbrechens ist 1‑6 h nach Applikation, es hält i. d. R. nicht länger als 48 h an.

 

Verzögertes Erbrechen: Häufig nach Cisplatin, setzt nach 12–24 h ein und hält mehrere Tage an.


 

Emetogene Potenz der wichtigsten Zytostatika, Antikörper und
molekularen Inhibitoren

Medikamente
Leitlinien & Literatur