Therapie der Anämie
Therapie der chemotherapieinduzierten Anämie mit Erythropoese-stimulierenden Agenzien (ESA)
(EORTC, Stand 9/2007, 2012, ASCO/ASH 2010)
Die Empfehlungen beziehen sich auf erwachsene Pat. mit soliden Tumoren oder Hämoblastosen.
Empfehlungsgrade nach EORTC-Guidelines (A, B und C):
A – sehr hoch: übereinstimmende Studienergebnisse, B – hoch: Studienergebnisse stimmen im Allgemeinen überein, C – mäßig: Studienergebnisse sind nicht konsistent:
| Primäre Ziele: Verbesserung der Lebensqualität (*nur EORTC) Vermeidung von Transfusionen |
A |
Bei CTx, je nach Anämiesymptomen: Tx mit ESA bei Hb 8– 11 g/dl |
A*, C** |
Tumoranämie ohne KM-suppressive Tx, je nach Anämiesymptomen: |
B |
Der Ziel Hb-Wert liegt bei ca. 12 g/dl |
B |
Es sollen feste Dosierungen verwendet werden; Dosis: |
A |
Eine Dosiserhöhung bei Nichtansprechen wird nicht empfohlen |
B |
ESA werden nicht empfohlen, um das Überleben oder die Ansprechquote der Tumortherapie zu verbessern |
A |
Keine Empfehlung bei normalem Hb und zur Prophylaxe bei Tx-Beginn |
A |
Dauer der Tx bis Hb ca. 12 g/dl und symptomatische Besserung erreicht wird; bei Ansprechen Dosistitrierung empfohlen (s. u.); bis maximal 6–8 Wochen nach Ende der CTx Absetzen bei Unwirksamkeit nach 4–8 Wochen |
C |
Erhöhtes Risiko thromboembolischer Erkrankungen: 1,6-fach |
A |
Orale Eisensubstitution: unwirksam |
B |
Intravenöse Eisensubstitution: wirksam |
B |
Intravenöses Eisen bei Pat. mit absolutem oder funktionellem |
B |
Dosisreduktion (Erythropoetin um 25 %, Darbepoetin um 40 %), wenn Hb-Anstieg zur Transfusionsvermeidung oder Hb-Anstieg > 1 g/dl in 2 Wochen
Cave: Wenn ESA außerhalb der zugelassenen Indikationen verwendet werden u/o der Ziel-Hb-Wert von 12 g/dl überschritten wird, können klinische Probleme bei bestimmten Pat.-Gruppen auftreten.
Pat. auf erhöhtes Thromboserisiko hinweisen (Risiko 1,48–1,66).
Nur bei CTx-induzierter Anämie zugelassen. Nicht bei kurativer Intention zugelassen, obwohl entsprechende Studien gleiches Überleben zeigen.
Aktuelle, seriöse Publikationen zeigen keine funktionellen Rezeptoren für Erythropoetin auf Tumorzellen.
Die zusätzliche intravenöse Eisentherapie bei onkologischen Pat. führt zu signifikant größeren Hämoglobin-Anstiegen als die Tx mit ESA alleine oder mit zusätzlichem oralem Eisen (8 Studien).



