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Supportive Therapie - Therapie der Anämie - Therapie

Therapie der Anämie

Therapie der Anämie

 

Indikation zur Transfusion von Erythrozytenkonzentraten (EK)

 

Bei Pat. mit einer Hämoblastose oder solidem Tumor und akutem Blutverlust Transfusionsindikation bei Hb < 8 g/dl individuell prüfen. Bei chronischer Anämie werden zum Teil deutlich niedrigere Hb-Werte zwischen 6 und 8 g/dl ohne Symptome toleriert, deswegen besteht in diesen Fällen keine zwingende Indikation zur EK-Transfusion. Pat. mit koronarer Herzkrankheit, COPD oder dem Risiko zerebraler Perfusionsstörungen können bereits bei einem Hb von 10 g/dl EK transfundiert werden.

 

Vorteile und Risiken der Erythrozytentransfusion beachten! Aufklärung über: Infektionsrisiko (Viren, Bakterien), Transfusionsreaktionen (hämolytische; nicht-hämolytische wie z. B. Fieber oder posttranfus. Lungensyndrom oder allergisch-anaphylaktische Purpura u. w.),  Fehltransfusion, Sensibilisierung, verkürzte Überlebenszeit bei bestimmten Erkrankungen, Qualitätsverlust älterer Präparate (> 14 Tage), Herzinsuffizienz, Thromboserisiko (venös 1,6, arteriell 1,53), Immunsuppression, erhöhtes Tumorrezidiv-Risiko.

 

Therapie der Anämieursache

 

Die Tx der zugrunde liegenden Störung erfolgt nach Diagnosestellung und ist abhängig von der Grunderkrankung und der Anämiegenese. Bei multifaktorieller Genese einer Anämie sollten die Ursachen, soweit möglich, spezifisch behandelt werden.

 

Eisenmangel, nutritiv oder blutungsbedingt: Eisensubstitution

 

Cave: Bei Tumoranämie, Infektionen, Entzündungen wird orales Eisen nicht resorbiert!

 

Oral: Nur bei absolutem Eisenmangel ohne Entzündungszeichen (niedrigem Ferritin) Fe-II-Sulfat oder andere 2-wertige Fe-Verbindungen 100 mg/d.

 

Parenteral: Insbes. bei Unverträglichkeit der oralen Tx oder Resorptionsstörungen ist die parenterale Gabe von Eisen(III)-Natrium-Gluconat-Komplex oder Eisen(III)-hydroxid-Saccharose eine effiziente Alternative. Cave unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie: lokale Schmerzen, Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Übelkeit und Erbrechen. Unverträglichkeitsreaktionen am häufigsten bei Dextran-haltigen Präparaten, am wenigsten NW mit Eisen-(III)-carboxymaltose; präparateabhängige Höchstdosen beachten.

 

Körpereisenbedarf (mg) = [15 – Pat.-Hb (g/dl)] x Körpergewicht (kg) x 3. Da nur die Hälfte des parenteral verabreichten Eisens für die Hb-Synthese zur Verfügung steht, muss der Körpereisenbedarf noch mit dem Faktor 2 multipliziert werden, um die Menge des zu injizierenden Eisens zu erhalten. Die Eisengabe erfolgt für etwa 6 Mon. bis zur Normalisierung des Ferritins.

 

Megaloblastäre Anämien

 

Vitamin-B12-Substitution: Hydroxycobalamin 1 mg i.m. (bei Thrombozytopenie s.c. oder i.v.) initial 6 Injektionen innerhalb von 2-3 Wo., dann eine Injektion alle 6 Mon. zur Erhaltung. Auch orale Vitamin-B12-Substitution (2 mg/d) effektiv, als Dauertherapie, auch bei Intrinsic-Faktor-Mangel, Gastrektomie oder Darmresektion, da 1 % der Dosis per Diffusion aufgenommen wird.

 

Bei Folsäuremangel 5 mg tgl. p.o. über 4 Mon. substituieren.

 

Weitere Ursachen einer Anämie

 

Abklärung und Behandlung in Kooperation mit Internisten (Hämatologen).